Was so abging
Naziaufmarsch am 5.7.08 in Gladbeck
Polizei zeigte den Nazis Entgegenkommen
Wer das entschieden hat, dass die Nazis sich heute kurz vor Hertie aufbauen durften, der sollte zur Rechenschaft gezogen werden! Der weiträumige Rathausplatz wäre in seiner Abgeschiedenheit genau der richtige Ort für die Braunmenschen gewesen. Stattdessen nutzte die Polizei ihn als Parkplatz für ihre Mannschaftswagen. Abgesperrt war er trotzdem an der Bottroper Str., der Rentforter Str., der Postallee, der Friedrich-Ebert-Str. und der Hochstrasse.

Polizeiparkplatz auf dem Rathausplatz
Kurioserweise gab es innerhalb der Abzäunung, die nur ältere Leute mit
ihrem Rollator passieren durften wenn sie vorher BitteBitte machten, eine
Enklave: Das Stadtcafe Schwarte war geöffnet und zumindest draußen gut
besucht. Die Gäste kamen quasi durch die Hintertür und hatten die Nazis genau vor der Nase - ohne Absperrgitter! Bei der Gelegenheit sei erwähnt, dass innerhalb der Lokalität einer der wenigen Gäste unser Bürgermeister war, der während der Nazikundgebung dort zu Mittag aß.

Näher ran kam keiner, ihre volksverhetzenden Ansprachen hören nur die Nazis selbst
Während also zum Beispiel die Erdbeerverkäuferin vor dem ehemaligen
Blumengeschäft Risse den Verfall ihrer unverkauften Früchte beobachten konnte - sie stand wenige Meter innerhalb der Absperrung - , machte Schwarte mitten im Geschehen noch gute Umsätze und die Nazis gingen dort ein und aus um zu pinkeln - direkt am Bürgermeister vorbei.
Wem es wie uns glückte, durch die Hintertür ins Straßencafe zu gelangen, der durfte dort trotzdem nicht protestieren. Erst versuchte ein Naziordner uns das Trillern zu verbieten, dann setzten das die von ihm zu Hilfe gerufenen Polizisten durch. Das Cafe sei zwar offen, läge aber in der Absperrzone und deshalb dürfe man dort nur schweigend seinen Kuchen kauen.
Wie weit ist es in Deutschland wieder gekommen!
Die Polizei hält die schützende Hand über die volksverhetzenden Reden der Braunmenschen.
Für mich unverständlich, dass der Bürgermeister derweil 20 Meter weiter
sein Mittagsmahl zu sich nahm. Aber die "Demokraten der Mitte" zu denen er sich kürzlich selbst zählte, waren zu diesem Zeitpunkt ja auch schon weitgehend verschwunden und überließen den Protest gegen die Nazis linken und autonomen Gruppen.
Die Pflicht hatte man schon zwei Stunden vorher mit einem Kirchgang und einer sehr gut besuchten Kundgebung auf dem Europaplatz geleistet - zur Kür reichte es dann nicht mehr; es war ja auch schon Mittagszeit.
Folgende Fragen stellen sich:
o Warum hat man den Nazis nicht den Rathausvorplatz zugewiesen?
o Warum hat man sie bis nach Hertie vorgelassen?
o Wer trägt die Verantwortung dafür, dass hunderte z. T. alter Menschen
weite Umwege machen musste um zum Einkauf oder nach Hause zu kommen?
o Warum wurden fünf Gegendemonstranten verhaftet?
o Warum waren die Kameras der Polizei ständig auf die Gegendemonstranten gerichtet?
Bei allem Ärger über die einseitige Parteinahme der Polizei zugunsten der
Nazis bleibt eines festzustellen:
Linke Gruppen und Autonome haben bis zum Abzug der Nazis gegen 15 Uhr geschlossen und friedlich protestiert - auch, wenn hin und wieder die Wegnahme der Megaphone angedroht wurde. Unmengen von Bürgern haben sich an dem Protest beteiligt und in der Hochstrasse kam kein ganzer Satz der volksverhetzenden Nazipropaganda an.
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